Was ist ein sensorisches Griffbrett?

Das sensorische Griffbrett ist ein mehrlagiger Touchsensor, der den traditionellen Geigenhals in ein präzises digitales Interface verwandelt. Direkt unter den Saiten installiert, verfolgt das System jede Fingerbewegung und wandelt sie in elektronische Signale um, ohne die natürliche Spielweise zu beeinträchtigen.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Pickups oder Mikrofonen, die nur akustische Töne erfassen, erfasst das sensorische Griffbrett Fingerposition, Druck und Bewegungsdynamik. Musiker können so nicht nur Tonhöhe, sondern auch digitale Parameter steuern – von Soundeffekten bis zur Echtzeit-Signalmodulation.


Die Technologie hinter dem sensorischen Griffbrett

Das System besteht aus zwei Hauptkomponenten: dem in den Hals integrierten Touchsensor und einer fortschrittlichen Signalverarbeitungseinheit. Es arbeitet nahtlos mit Musiksoftware zusammen und bietet eine umfassende Lösung, die akustische Geige und elektronische Instrumentenfunktionen vereint.

Präzision auf 4.000 Punkten

Kernstück des sensorischen Griffbretts ist ein patentierter mehrlagiger Touchsensor, der Fingerpositionen auf jeder Saite mit über 4.000 Punkten Auflösung (14-Bit) erfasst. Jede noch so kleine Bewegung wird äußerst genau abgebildet, was eine latenzarme Pitch-to-MIDI-Verarbeitung ermöglicht.

Der Sensor ist vollständig polyphon und bietet unabhängige Signalpfade für jede Saite. Musiker können komplexe Harmonien und dynamische Arrangements in Echtzeit erzeugen. Durch die Integration mit DAWs über das Digitaize Receive Plugin (VST3/AU) ist die Kompatibilität mit gängiger Software wie Ableton Live oder Logic Pro gewährleistet, sodass Musiker sofort aufnehmen, bearbeiten und Sounds manipulieren können – ohne zusätzliche Audio-Interfaces.

Latenzarme Bewegungsverarbeitung

Neben dem Touchsensor verfügt das Griffbrett über ein fortschrittliches Bewegungserfassungssystem mit Gyroskop und Beschleunigungssensor. Körperbewegungen wie das Neigen des Instruments oder Bogengesten können auf MIDI-Parameter abgebildet werden, wodurch eine neue Ausdrucksebene entsteht. Unser System kann bis zu vier unabhängige MIDI-CC-Parameter steuern, sodass Musiker Effekte wie Lautstärke, Vibrato oder Filter in Echtzeit modulieren können.


Herausforderungen des Projekts

Die Arbeiten am sensorischen Griffbrett begannen 2016, die Serienproduktion startete jedoch erst 2019. Über drei Jahre testete unser Team Prototypen unter Konzertbedingungen und arbeitete eng mit den Musikern zusammen, um jedes Detail zu perfektionieren. Dieser Prozess erforderte nicht nur hochentwickeltes Ingenieurwissen, sondern auch Offenheit für das Feedback von Zalech und Baticci, deren Input Hardware und Integration entscheidend verbesserte.

Materialien für empfindliche Berührung

Eine der größten Herausforderungen war die Materialauswahl. Geiger üben erstaunlich geringen Druck auf die Saiten aus, was Sensoren mit außergewöhnlicher Flexibilität und Empfindlichkeit erforderte. Hunderte Tests führten zur Entwicklung einer Materialkomposition, die sowohl reaktionsschnell als auch mechanisch langlebig ist.

Elektrische Kontakte mussten höchste Performance aufweisen – Reaktionsgeschwindigkeit und lineare Widerstandswerte waren nur zwei der vielen Parameter, die feinjustiert werden mussten. Jeder Bauteil wurde entwickelt, um Störungen zu minimieren und stabile Signalübertragung zu gewährleisten.

Montage des Sensors an problematischer Stelle

Die Platzierung des empfindlichen Sensors unter den Saiten war eine besondere Konstruktionsaufgabe. Dieser Bereich ist Vibrationen, mechanischer Belastung und potenziellen Schäden ausgesetzt. Unsere Ingenieure entwickelten eine spezielle Montagetechnik, die dauerhafte Verbindung und Servicefreundlichkeit vereint.


Zusammenarbeit mit visionären Musikern

Rafał Zalech und Alessandro Baticci sind nicht nur Musiker, sondern auch Programmierer und Ingenieure. Ihr Engagement war unbezahlbar – sie lieferten detaillierte Hinweise, die es uns ermöglichten, die Technologie auf die Bedürfnisse der Künstler abzustimmen. Ihr experimenteller Ansatz inspirierte uns zu innovativen Lösungen und Ausdauer bei der Perfektionierung.


Digitaize Smart Violin – Technologie für innovative Künstler

Mit dem sensorischen Griffbrett ausgestattet, ermöglicht die Digitaize Smart Violin nahtlose Übergänge zwischen akustischem Klang und synthetischen Effekten. Musiker können traditionelle Spieltechniken anwenden und gleichzeitig elektronische Klänge erzeugen, wodurch vielschichtige Arrangements in Echtzeit entstehen.

Diese Vielseitigkeit macht das Instrument für klassische und experimentelle Musik gleichermaßen geeignet. Künstler können einzigartige Klänge erzeugen, die auf herkömmliche Weise nicht möglich wären.

Das System arbeitet komplett kabellos, was Einschränkungen durch Kabel oder zusätzliche Interfaces eliminiert. Musiker genießen volle Bewegungsfreiheit und können die gesamte Bühne in ihre Performance einbeziehen. Die Technologie hat sich bereits bei professionellen Konzerten bewährt, geschätzt für Zuverlässigkeit und Benutzerkomfort.


Das sensorische Griffbrett – Qwertys außergewöhnlicher Beitrag zur Musik

Das Projekt sensorisches Griffbrett zeigt, dass die besten Innovationen aus der Kombination von ingenieurtechnischer Präzision und künstlerischer Vision entstehen. Als Rafał Zalech und Alessandro Baticci mit der Idee der Digitalisierung der Geige auf uns zukamen, erwarteten wir nicht, dass der Prozess drei Jahre dauern und völlig neue Technologien erfordern würde.

Heute ist es mehr als ein elektronisches Bauteil – es ist ein Werkzeug, das Musikern ermöglicht, in der Sprache des 21. Jahrhunderts zu spielen und dabei die Tiefe und Ausdruckskraft traditioneller Instrumente zu bewahren. Jeder der über 4.000 Sensibilitätspunkte unseres Sensors eröffnet kreative Möglichkeiten, um Klänge zu erzeugen, die mit herkömmlichen Methoden unmöglich wären. Wir sind überzeugt, dass dies erst der Beginn einer Revolution ist, die unsere Vorstellung von Musikinstrumenten verändern wird.